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Funktioniert eine Wärmepumpe in einem Mehrfamilienhaus?

27.11.2023

Wärmepumpen sind sehr breit einsetzbar. Das Prinzip der Wärmepumpe findet auch Anwendung in der Industrie, in weißer Ware oder in der Elektromobilität. Im Gebäudesektor wurde die Wärmepumpe bisher schwerpunktmäßig für Ein- und Zweifamilienhäuser eingesetzt. Diese machen 82% der Wohngebäude in Deutschland aus. Allerdings machen sie weniger als 60% der Wohnfläche aus. Genau 41% der Wohnfläche entfällt auf Mehrfamilienhäuser (MFH). Dreiviertel davon sind Gebäude mit drei bis zwölf Wohneinheiten. Diese Zahlen machen deutlich, wie wichtig es ist, dass Wärmepumpen auch in Mehrfamilienhäusern stärker zum Einsatz kommen – und zwar sowohl im Neubau als auch in Bestandsgebäuden.

Die Herausforderungen: 

Wärmepumpensysteme können auch in Mehrfamilienhäusern erfolgreich eingesetzt werden. Wir als Firma WECHNER verbauen im Neubau schon seit über 15 Jahren Wärmepumpen-Systeme. Im Bestand trauen sich seit den letzten drei Jahren immer mehr Hausbesitzer den Schritt.

Aber die Herausforderungen für den Einsatz von Wärmepumpentechnologien und erneuerbare Energien in Mehrfamilienhäusern sind komplexer. Die Hürden sind dabei sowohl administrativer als auch technischer Art. Beispielsweise sind die möglichen Eigentumsverhältnisse von Mehrfamilienhäusern sehr vielfältig. Sie können der lokalen Gemeinde, einer Wohnungsbaugesellschaft, verschiedenen Wohnungseigentümern oder einfach einem Investor gehören. Die unterschiedlichen Interessen dieser Eigentümer führen oft zu Entscheidungen, die für den Klimaschutz nicht optimal sind. Hinzu kommen andere Herausforderungen, wie beispielsweise logistische Schwierigkeiten durch die Vielzahl der Wohneinheiten, wenn Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden sollen.

Auch in technologischer Hinsicht sind Mehrfamilienhäuser für Wärmepumpen eine größere Herausforderung. Im Vergleich zu Ein- und Zweifamilienhäusern sind aufgrund der Verteilungsverluste bei den MFH die notwendigen Heizkreistemperaturen höher (zumindest bei zentralen Lösungen). Das Gleiche gilt für die Warmwasserbereitung. Aufgrund der Trinkwasserverordnung nach DIN 1988-200 muss am Wasseraustritt des Trinkwasserwärmers mit Zirkulation eine Temperatur von mindestens 60 °C aus hygienischen Gründen eingehalten werden. In zirkulierenden Trinkwasser-Installationen darf ein Temperaturabfall von 5 K nicht überschritten werden. Aufgrund der erforderlichen höheren Heizleistung müssen die Wärmequellen ausreichend dimensioniert sein, was zum Beispiel mit einem größeren Platzbedarf verbunden sein kann.

Mögliche Lösungen:

Es gibt allerdings bereits viele gute technologische Antworten auf die genannten Herausforderungen. Die Auswahl der jeweils „richtigen" Lösung aus der Vielzahl der Optionen ist nicht immer einfach. Beispielhaft kann man den hohen notwendigen Trinkwassertemperaturen aufgrund des Legionellenschutzes durch Dezentralisierung der Warmwasserbereitung, Frischwasserstationen oder Verwendung von Ultrafiltration entgegenwirken.

Um hier den Überblick zu behalten und die jeweils beste Entscheidung zu treffen, kann eine grundsätzliche Klassifizierung helfen. Das Schaubild ist ein Ergebnis einer internationalen Forschungs- und Entwicklungszusammenarbeit zum Thema „Wärmepumpen in Mehrfamilienhäusern". Die starke Vereinfachung führt naturgemäß zu Unvollständigkeit, erlaubt aber eine übersichtliche Gruppierung.

Das Resultat sind fünf „Lösungsfamilien" für Wärmepumpen in Mehrfamilienhäusern. Das Schaubild zeigt die fünf möglichen Gruppierungen von einer zentralen Warmwasseraufbereitung für das gesamte Gebäude bis hin zu einer individuellen Lösung pro Raum. 

Die Antwort auf die Frage "Funktioniert eine Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus?" lautet grundsätzlich: Ja. Auch wenn keine Fußbodenheizung verbaut wurde.
Meist ist die Beheizung des Gebäudes technisch nicht anspruchsvoll. Die Herausforderung ist eine Lösung für die Warmwasseraufbereitung zu finden. Hier kommt es nicht nur auf eine technische Machbarkeit an, sondern auch darauf, eine Lösung für die unterschiedlichen Interessen der Eigentümer zu finden.